Wir alle wissen, dass britische Fußballfans nicht den besten Ruf haben.
Im Großen und Ganzen sind wir kein schlechter Haufen, aber hin und wieder haben ein oder zwei schwarze Schafe es für den Rest von uns, die wir einfach nur gute, fußballbegeisterte Fans sind, die ihre Mannschaften um die ganze Welt begleiten wollen, verdorben.
Vor ein paar Wochen war ich in der Türkei, um mir ein Spiel von Aston Villa im Fenerbahçe-Stadion anzusehen. Ehrlich gesagt war ich etwas besorgt. Der Ruf, den britische Fußballfans haben, führt ja dazu, dass wir bei Spielen im Ausland manchmal besondere Regeln und Einschränkungen beachten müssen. In der Türkei hieß das, von der Polizei vom Stadtzentrum direkt zum Stadion eskortiert zu werden. Fünf Stunden vor Anpfiff wurden wir also in einen Bus verladen und nach Fenerbahçe gebracht. Wie sich herausstellte, waren meine Sorgen unbegründet. Die Polizisten waren freundlich, alles war bestens organisiert und wir fühlten uns nicht nur sicher, sondern auch willkommen.
Es gab nur ein Problem (eigentlich zwei): Wir kamen drei Stunden vor Spielbeginn an und es gab keinen Alkohol zu kaufen. Ich trinke zwar gerne Bier, aber keins kaufen zu können, ist nicht so schlimm. Aber drei Stunden im Stadion zu sitzen und nichts zu tun zu haben, nicht mal ein Getränk, um die Zeit zu vertreiben, ist schon etwas anderes. Normalerweise bin ich 30 Minuten vor Anpfiff bei europäischen Spielen! Das war neu für mich… Und nicht nur das: Nach dem Spiel mussten wir zwei Stunden warten, bis wir wieder raus und in den Bus durften.
Insgesamt also sieben Stunden im Stadion gefangen, nur Warten, wenn man die Wartezeit vor dem Spiel, das Spiel selbst und die Zeit danach mitrechnet… Ehrlich gesagt, hatte ich etwas Bammel davor. Es war brechend voll, kein Bier, Tausende von Menschen und die Toiletten waren katastrophal. Aber eigentlich war es okay. Die Zeit verging wie im Flug. Wisst ihr, warum? Es lag an den Leuten, mit denen ich unterwegs war. Ich war mit einer netten Gruppe von etwa zehn Jungs dort, allesamt super Typen, die einfach die Liebe zu Aston Villa teilen und gerne lachen. Einige von ihnen sind erfolgreiche Unternehmer, andere nicht. Aber eines haben sie alle gemeinsam: eine positive Einstellung. Niemand jammert oder nörgelt. Niemand ist aufdringlich oder streitsüchtig. Wir haben uns einfach unterhalten, Spaß gehabt und das Spiel und das ganze Erlebnis genossen.
Das hat mich an das Sprichwort erinnert, das in der Geschäftswelt oft zitiert wird: „Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst.“ Ich glaube, da ist was Wahres dran. Die Menschen, mit denen man sich umgibt, sind wichtig. Sie können einen aufbauen oder runterziehen. Sie können einen inspirieren oder zurückhalten. Sie können einen zum Lachen bringen oder stressen. Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht besser als andere. Ich komme aus einer Sozialwohnung und habe keine Schulbildung. Hier geht es nicht um Geld, Herkunft oder irgendetwas anderes, sondern nur um die Einstellung.
Die Zeit verging in Fernebahçe wie im Flug, weil wir uns alle gut verstanden und viel gelacht haben – deshalb reisen wir ja auch zusammen. Dass wir das Spiel 1:0 gewonnen haben, hat sicher geholfen und unsere Stimmung gehoben, aber selbst bei einer Niederlage hätten wir eine tolle Zeit gehabt.
Also, mit wem umgibst du dich? Bist du eher mit negativen Menschen zusammen, die dich runterziehen, oder mit solchen, die dich aufbauen und deine Ansprüche steigern? Schreib mir doch kurz eine E-Mail und lass es mich wissen!