Waren Sie schon mal in einer Situation, in der Sie sich wie das fünfte Rad am Wagen gefühlt haben?
Ich bin gerade von einer weiteren langen Asienreise zurückgekehrt. Drei Wochen voller Reisen, Meetings, Networking und Veranstaltungen in Indonesien und China. Wie immer war es eine großartige Erfahrung, die Welt zu entdecken und die Menschen hinter den Anrufen, E-Mails und Bestellungen persönlich kennenzulernen.
Doch diesmal war es etwas anders. Ich war nicht allein – mein Sohn und Kollege Connor begleitete mich. Ich unternehme diese Reisen nun schon seit Jahrzehnten, aber fast immer allein. Daher war es etwas ungewöhnlich für mich, Unterstützung zu haben. Für den ersten Tag hatten wir einen Plan. Connor sollte die Einzelgespräche am Vormittag führen, während ich im Hintergrund etwas Arbeit erledigte. Nachmittags würde ich dann zu ihm stoßen, um die Meetings gemeinsam abzuhalten. Und alles funktionierte einwandfrei … bis der Nachmittag kam.
Connor hatte den ganzen Vormittag über hervorragende Arbeit geleistet. Er ist seit über zehn Jahren im Geschäft und kennt sich bestens aus. Als ich dann bei den Einzelgesprächen mitmachte, wurde mir schnell klar: Es gab zu viele Köche, die den Brei verderben. Er brauchte mich nicht, um ihm alles vorzukauen oder die Meetings zu leiten. Im Gegenteil, ich war ziemlich überflüssig. Also änderten wir unsere Strategie: Connor führte seine Einzelgespräche fort, und ich mischte mich unter die Leute, traf alte Bekannte und unterhielt mich mit Fremden (wie ich es eben so mache).
Es ist doch der Traum eines jeden Unternehmers, oder? Irgendwann nicht mehr gebraucht zu werden? Ehrlich gesagt, fühlte ich mich etwas unbehaglich. Ich wusste nicht so recht, was ich mit mir anfangen sollte. Klar, sich vom Tagesgeschäft zurückzuziehen, ist das Ziel, aber wenn man merkt, dass man für etwas, das einem immer am Herzen lag, nicht mehr gebraucht wird, kann sich das schon etwas seltsam anfühlen. Connor hat das super gemacht, die meisten Meetings geleitet und mich nur bei wirklich kniffligen Angelegenheiten hinzugezogen, wenn Sprachbarrieren und komplizierte Umstände auftraten.
Ich nehme an, das gehört zur normalen Geschäftsentwicklung dazu? Mit dem Wachstum und der Weiterentwicklung des Unternehmens wächst und entwickelt sich auch Ihre Rolle als Führungskraft. Und dazu gehört auch, die vermeintlichen Selbstbilder loszulassen und stattdessen das zu werden, was das Unternehmen jetzt braucht..
Wie entwickelt sich Ihr Unternehmen aktuell?
Wie entwickelt und verändert sich Ihre Rolle? Haben Sie sich auch schon mal überflüssig gefühlt? Ich würde mich freuen, Ihre Geschichten zu hören.… ……