Das soziale Dilemma
Juni 2023
Ich beneide die heutige Jugend nicht. Ich klinge jetzt vielleicht wie ein griesgrämiger alter Mann, aber ich vermisse die Zeiten, als soziale Medien und Technologie die Welt noch nicht beherrschten
Ich bin gerade von einer dreiwöchigen Reise durch Asien zurückgekehrt, auf der ich Kunden und Freunde besucht und mich auch mit einigen unserer Speditionspartner ausgetauscht habe.
Während dieser Reise habe ich einige Zeit in Hongkong verbracht.
Ich bin mittlerweile ein erfahrener Reisender. Als Spediteur habe ich über 30 Jahre lang die Welt bereist, neue Menschen kennengelernt, neue Kulturen entdeckt und die Welt besser verstanden.
Ich war im Jahr 2000 zum ersten Mal in Hongkong. Und wissen Sie, was mir aufgefallen ist? Technologisch waren sie ihrer Zeit weit voraus. Damals, im Jahr 2000, schauten wir hier in Großbritannien noch VHS-Kassetten und nur wenige besaßen Handys. Ganz anders in Hongkong. Dort gehörten Handys schon zum Alltag. Und jetzt, im Jahr 2023, ist es eine traurige Geschichte. Alle sind wie gebannt von ihren Handys. Selfies gehören zu jeder Gelegenheit dazu, und niemand schaut sich mehr an, wenn man zusammen sitzt!
Das ist auch hier in Großbritannien ein Problem. Kollegen schreiben lieber E-Mails an jemanden, der nur anderthalb Meter entfernt sitzt, anstatt sich zu unterhalten. In Restaurants starren die Leute auf ihre Handys, anstatt miteinander zu reden. Sogar ein- oder zweijährige Kinder sitzen im Kinderwagen und spielen mit einem iPad!
Ich erinnere mich an die Anfänge meiner Karriere im Güterverkehr – damals drehte sich alles nur um Telefonate und Faxgeräte! Ich liebe den Komfort, den die Technologie mit sich bringt – aber ich hasse die Entfremdung, die diese „vernetztere“ Welt erzeugt.
Was können wir dagegen tun? Ich bezweifle, dass wir die Welt verändern können, aber wir können kleine Veränderungen in unserem eigenen Verhalten vornehmen, um die Art und Weise zu verändern, wie wir mit der Welt und unseren Mitmenschen umgehen. In meinem Büro ermutige ich die Mitarbeiter, miteinander zu sprechen, statt E-Mails zu schreiben. In meiner Familie gilt beim gemeinsamen Abendessen ein Handyverbot.
Vor ein paar Jahren, nachdem ich die Netflix-Dokumentation „Social Dilemma“ , habe ich die sozialen Medien verlassen – und ich habe es keine Sekunde bereut! Das ist auch ein Grund, warum ich so viel reise und an solchen Netzwerken teilnehme – um echte menschliche Kontakte im Geschäftsleben (und in der Welt!) zu pflegen. Ich denke, das ist wirklich eine wichtige, bewusste Entscheidung.
Und du? Tust du etwas, um ein Gleichgewicht im Umgang mit Technologie in deinem Leben zu finden? Wie stehst du heute zu sozialen Medien? Ich würde mich freuen, deine Meinung dazu zu hören…