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Vor ein paar Tagen saß ich in meinem Büro und nippte an einer lauwarmen Tasse Tee, als mir eine Schlagzeile ins Auge sprang, die mich mitten im Scrollen innehalten ließ.

Eine ältere Dame wurde im Rahmen einer Routinekontrolle von der Polizei angehalten. Nichts Besonderes. Doch dann baten die Beamten sie, etwas zu tun, was jeder Autofahrer laut Gesetz können muss: ein Nummernschild aus 20 Metern Entfernung lesen.

Für alle, die noch mit Fuß und Zoll rechnen: Das sind ungefähr 65 Fuß. Ungefähr die Länge von drei hintereinander geparkten Transportern. Keine große Sache, oder? Nun ja, anscheinend doch. Denn diese arme Frau konnte nicht einmal das Nummernschild lesen, das nur sechs Fuß vor ihr stand. Nicht mal mit Brille! Sie fuhr buchstäblich blind. Schockierend? Absolut. Illegal? Auf jeden Fall. Aber was mich wirklich schockierte, war nicht nur die Gefahr, die sie für sich und andere darstellte … es war die seltsame kleine Metapher, die mir dabei in den Sinn kam.

Denn wissen Sie was? Als Unternehmer machen wir oft genau dasselbe. Wir sind im Tagesgeschäft völlig überlastet. Wir lösen Probleme, bekämpfen akute Störungen, holen Angebote ein, transportieren Waren von A nach B und kümmern uns um die „dringenden“ Angelegenheiten, die uns um 16:59 Uhr erreichen. Wir sind so auf den nächsten Schritt konzentriert, dass wir vergessen, den Blick zu weiten. Und ich verstehe das – ein Unternehmen zu führen (besonders im Speditionsbereich) bedeutet, flexibel zu sein. Man muss sich schnell anpassen, bei Bedarf die Richtung ändern und den Betrieb aufrechterhalten können, egal welche unerwarteten Schwierigkeiten oder welches Chaos einem in den Weg gelegt werden.

Aber das Problem ist: Anpassungsfähigkeit bringt nichts, wenn man in die falsche Richtung fährt. Man setzt sich ja auch nicht einfach ins Auto und fährt los, ohne zu wissen, wo man hin will. Man hat vielleicht keine genaue Route geplant, das Navi leitet einen unterwegs um, man macht vielleicht einen Zwischenstopp bei Greggs und holt sich einen Kaffee – aber man kennt das Ziel.

Im Geschäftsleben ist es nicht anders. Wer instinktiv handelt und auf alles reagiert, was gerade passiert, ohne zu wissen, wohin die Reise geht, improvisiert einfach – und das rächt sich irgendwann. Vielleicht ist es also an der Zeit, innezuhalten und einen kurzen Blick auf die Zukunft zu werfen. Wissen Sie genau, wohin Ihr Unternehmen steuert? Kennen Sie Ihre langfristigen Ziele? Sind Sie noch immer auf die ursprüngliche Vision ausgerichtet? Oder haben Sie, wie die Frau auf der Autobahn, den Blick für das Wesentliche verloren?

Ich würde gerne Ihre Meinung dazu hören…